11. September

Weil gerade wieder einmal zu lesen war, dass sich jeder erinnern könne, wo er am 11. September 2001 gewesen sei und was er gemacht habe (Thomas Pletzingers Text auf Zeit online), muss ich mal ins Internet schreiben, dass ich mich nicht erinnern kann, wo ich am 11. September 2001 gewesen bin und was ich gemacht habe, genauer gesagt, weiß ich nur, dass ich in Wien gewesen bin, ich war dort gerade erst hingezogen, zum 1. September, 1. Semester im Studium, Telefon und 56k-Modem-Einwahlgeräusch-Internet waren beantragt, aber es dauerte über 6 Wochen, bis ich beides bekam, bis Mitte Oktober, vorher ging ich alle paar Tage mal ins Generali-Center auf der Mariahilfer Straße, dort gab es einen Terminal, wo man Internet benutzen konnte, ich weiß nicht mehr, wie dieses Internet in diesem Terminal genau aussah, ich weiß nicht einmal mehr, ob Zeitungen damals schon Internetauftritte hatten, auf jeden Fall gab es auf der GMX-Startseite noch keine Nachrichten (dort war, soweit ich mich erinnere, überhaupt nichts anderes als das Feld zum Einloggen), Facebook & Co gab es natürlich ohnehin noch nicht, es war also damals nicht so, dass man automatisch Nachrichten mitbekam, wenn man ins Internet ging, und in Wien war es so, dass man Nachrichten auch nicht automatisch mitbekam, wenn man durch die Stadt ging, ein Zeitungsabo des “Standard” hatte ich bestellt, aber das begann erst Wochen später, ich verbrachte meine Zeit im Wesentlichen damit, durch die Stadt zu laufen, und soweit ich es mitbekam, unterhielt sich niemand, wirklich niemand, im öffentlichen Raum darüber, was geschehen war, nirgends liefen öffentliche Fernseher, niemand regte sich auf, es war einfach alles wie immer, und ich wusste von nichts. Um den 20. September herum rief ich von einer Telefonzelle aus meine Eltern an und meine Mutter fragte mich als erstes, ob ich mitbekommen hätte, was “da passiert” sei, und ich sagte nur: Hä, nee. Was denn? Was soll passiert sein? Sie konnte gar nicht glauben, dass ich wirklich überhaupt nichts mitbekommen hatte, die Schulklasse meines Bruders hatte tagelang nichts anderes gemacht, als “darüber” zu diskutieren, und ich sagte immer nur, hä, das kann ja gar nicht sein. Wien und ich, wir passten ganz gut zusammen,

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Diesmal, sage ich zur Frau von der Diakonie, diesmal will ich Ihnen wirklich die Wahrheit erzählen. Ich komme nicht von hier. Die Leute beharren darauf, dass ich von hier sei, insbesondere die anderen Kinder, sie sagen, aber du sprichst doch unsere Sprache, und wenn ich sage, ich verstehe euch nicht, ich spreche euch nicht, ich spreche nicht von hier, dann lachen sie mich aus, oder sie reden nicht mehr mit mir, oder sie sagen, ach Mädchen, und wollen mir über den Kopf streichen. Du bist doch blond, sagen sie. Du bist doch blauäugig, sagen sie. Du bist doch eine von uns, sagen sie, du bist genau wie wir, also mach dich nicht lächerlich. Zwischen dir und uns liegt keine Grenze. Du kokettierst doch bloß, kleine Lena. Ach Lena! Fariz, sagen sie, Fariz und Salman und Hiokai, die sind nicht von hier. Die verstehen uns wirklich nicht. Die sind über hundert Grenzen gekommen, die haben hundert Grenzen in ihrem Sprechen, die haben hundert Grenzen in uns. Aber du? Du bist blond, du bist deutsch, bist ein Mädchen, bist eine von uns, du kommst von uns niemals weg, du bist von uns niemals weg gewesen. Ich sage dann, aber ich kokettiere nicht, ich verstehe euch wirklich nicht, und dass ihr mir nicht glauben könnt, dass ich euch nicht verstehe, bringt mich um den Verstand. Ihr könnt nur glauben, dass man euch nicht versteht, wenn man nicht blond ist, nicht blauäugig ist, wenn die hundert Grenzen, die zwischen euch liegen und dem Sprechen, das über euch kommt, geographische Namen haben, wenn ihr sie verorten könnt auf einer Landkarte, wenn ihr den Zeichen, die aus diesem Sprechen kommen, das ihr nicht versteht, Haut- und Haarfarben geben könnt, von denen ihr behauptet, sie kämen nicht von hier, sie seien nicht im Original von hier, das Original, das hier ist, immer hier, nie irgendwo anders, ist immer hell und niemals dunkel, dunkel ist immer nur das Nachgemachte, sagt die Frau, die in dem großen Haus wohnt, sage ich zur Frau von der Diakonie, aber mein Herkunftsland ist wirklich nicht hier, mein Herkunftsland ist ein Haus auf einer Insel in einem Meer, es hat eine Tür und ein Fenster und einen Tisch und ein Sofa und ein Bett und es ist so bodenlos und ungewiss, es hat so viele Arten und Weisen, vom Wind davongeweht zu werden, vom Wasser überflutet zu werden, vom Erdboden verschluckt zu werden, dass ich nicht einmal sagen kann, wie es heißt. Ich kann nicht einmal sagen, wie ich selber heiße. Nur, Lena, so heiße ich ganz sicher nicht. Das kann ich Ihnen sagen. Ich heiße nicht Lena, den Namen habe ich noch nie gehört. Das ist die Wahrheit. Nennen Sie mich nicht Lena. Nennen Sie mich, wenn Sie wollen: Fariz, Salman, Hiokai, nennen Sie mich Franz. Aber niemals Lena.

Träume vom Reisen

Vor längeren Reisen kommt immer der Zeitpunkt, an dem ich anfange, von Flug und Ankunft zu träumen, immer sind es schöne, befreiende Träume, nicht immer sonderlich realistisch, vor einigen Jahren zum Beispiel, als ich für mehrere Monate nach New York ging, träumte ich vom Flug mit allen möglichen realistischen Details (Wühlen im Rucksack, Feststellen “Oh ich habe meine Kopfhörer vergessen”) usw., aber das Beste am ganzen Flug war dann ein eher weniger realistisches Detail, ich stellte nämlich irgendwann unterwegs fest, dass ich mal dringend groß auf Toilette müsste und bat den Piloten daher, zu landen, was er auch tat. Ich stieg also aus dem Flugzeug aus, verzog mich ins Gebüsch, schiss (Verzeihung), was das Zeug hielt, stieg wieder ein, und der Flug ging weiter. Als ich aufwachte, musste ich sehr laut lachen. Im gleichen Zeitraum träumte ich, ich würde von Berlin morgens nach Australien loslaufen, nachmittags kam ich irgendwo an, wo es sehr schön war, und fragte jemanden, ob dies Australien sei; jemand antwortete, “no, this is Afghanistan”, ich nahm einen Aufzug, der mich ein paar Stockwerke tiefer an einen Fluss brachte, wo Frauen Kleider wuschen, ich konnte mich mit niemandem unterhalten, war aber über alle Maßen glücklich. Als ich tatsächlich im Flugzeug saß, saß neben mir Justin, wir betranken uns den ganzen Flug lang mit Whiskey on the rocks, er schrieb mir ein Gedicht, in New York wohnten wir dann praktisch zusammen, ich schrieb damals an einem Text über einen, der ständig geht, einen, der ständig kommt, ein Ich irgendwo dazwischen, und eine Freundin sagte zu mir, “but you do realize that now… you also have a just-in”. Dann der immer wiederkehrende Traum von Island: Ich bin irgendwo bei Neuseeland oder Grönland oder Kanada, nicht sicher, besteige jedenfalls einen Berg, ganz oben ist ein Café, und in diesem Café im 1. Stock ist Island: Menschen sitzen gemütlich in Sesseln, trinken Tee, sind über alle Maßen freundlich, und ich bin gekommen, um zu bleiben, nirgends sonst kann die Aussicht so schön sein. Und heute träumte ich nun, ich säße im Flugzeug nach Tokio, an den Flug selbst habe ich nicht viele Erinnerungen, aber die Ankunft war denkwürdig: Ich landete in einer riesigen Halle, die einer Stadt nachempfunden war, stellte mein Gepäck irgendwo ab und suchte nach dem Zug, der mich nach Kyoto bringen sollte. Schließlich landete ich bei einer Art Berggondel und fragte den Betreiber, ob diese Gondel nach Kyoto fahren würde, er verstand mich nicht, aber in der Gondel saß schon jemand, der mich verstand, ich setzte mich daneben, er sagte, ja, die Gondel fahre nach Kyoto, und in dem Moment fuhr sie auch schon los, womit ich anscheinend nicht gerechnet hatte. Dummerweise stand nämlich mein Gepäck, auch mein Rucksack mit Laptop, immer noch irgendwo in einer Ecke der Halle, mein Gondelmitreisender sagte, sei ja nicht so schlimm, ich könne ja einfach die nächste Gondel zurück nehmen und das Gepäck holen, aber dann kommen wir in Kyoto an, was übrigens wieder einmal auf einem Berg liegt, und werden empfangen und über winklige Treppen durchs Haus geführt, und ich komme irgendwie nicht mehr dazu, zu sagen, dass mein Gepäck noch in der Halle in Tokio steht, geschweige denn dazu, noch einmal zurückzufahren, denn in diesem Moment wache ich auf.

Gebrannte Kinder

Blanchot sagt in einem kurzen Text in L’espace littéraire („Lire“ / „Lesen“), das Buch brauche „den Leser in gewisser Weise, um Statue zu werden, um sich als Ding ohne Autor und auch ohne Leser zu affirmieren“, und wenig später, „Die Lektüre macht nichts, fügt nichts hinzu; sie lässt das sein, was ist“. Dem Bild der Statue würde ich zwar nicht zustimmen, weil es, ja, zu statisch ist, eine Statue wird gemeißelt, sie hat, wenn sie groß ist, in ihrem Inneren einen riesigen Hohlraum – aber wessen Töne erklingen darin? Verbirgt sich darin nicht ein lebendiger Körper, der nur eingefroren ist in seinem Bild, solange er nicht gehört wird und daher nicht atmen kann? Überhaupt: Was ist der Rhythmus einer Statue, ihr Tempo, ihr Takt? Der gebrannte Ton, die eingebrannten Bilder, das tote Kind, das den Vater im Traum vorwurfsvoll fragt, Vater, siehst du denn nicht, dass ich verbrenne? Vater, siehst du denn nicht, dass ich gebrannt bin, verbrannt bin, gebrandmarkt bin? – Ich verstehe aber, dass Blanchot wohl im Grunde nur von der einem jeden Text eigenen Phänomenalität sprechen und sagen will, dass es nicht erst Phänomene in irgendeinem Außerhalb gibt, die ein Text dann abbildet, sondern dass Texte selbst Phänomene sind, körperhafte Gebilde mit Stimmen und Klängen, die eigentlich erst durch Leser – die immer auch Hörer sind, Fühler, Schmecker, Riecher – werden, was sie sind, weil sie ohne Leser, der sie sein lässt, kein Leben haben: Leser also, die dem Text nicht mit dem lobenden, strafenden, einschließenden, ausschließenden, Geschlecht ‚erkennen‘ wollenden Blick eines Erziehungsberechtigten aus dem 19. Jahrhundert begegnen, mit einem ungerührten „absoluten Auge“, das dieses Unheimliche, Zombiehafte, Lebende und zugleich Leblose, das ihm im Text entgegen kommt, wie ein Thomas-Jünger selbst prägen will, selbst in der Hand haben will, sondern durch die Glückseligkeit des sich-schreiben-lassenden, passiven Betrachtens und Hörens, das genießt: Genießen aber kann man nur, was man noch nicht kennt, was einen überrascht, erregt, aufwühlt. Das ist es, was den Text sein lässt, was seinen Körper zum Klingen bringt, was ihn aus der Reserve der verkrusteten, angststarren Traurigkeit der mehrtausendjährigen Geschichte seiner Eltern lockt. Ein Text will nicht funktionieren, Gefäß sein für etwas, das in ihn gekippt wird zum Zweck der Reproduktion (irgendeiner Reproduktion), sondern er will leben, wie jedes Kind.

Berliner Linien, 1

Guten Morgen, meine Liebe. Heute wachst Du zum zweitausendunddreiundzwanzigsten Mal in mir auf. Dein Mann, der morgens eine halbe Stunde vor dir aufsteht und jeden Mucks hört, den du machst, der also sofort weiß, wenn du wach bist, bringt dir Kaffee. Du hast Kopfschmerzen, wie jeden Morgen, bevor du deinen Kaffee getrunken hast. Es ist sieben Uhr vierzig, auf der Straße brüllt jemand. Du öffnest den Laptop, rufst Mails ab. Karla, von der du lange nichts gehört hast, weswegen du auch ein bisschen sauer auf sie bist, obwohl du dich bei ihr auch nicht gemeldet hast, aber sie hat sich ja bei dir auch nicht gemeldet, sucht eine Wohnung zu einem Preis, der schon ein bisschen von vorgestern ist, wie du sofort denkst, als du die Mail liest, aber von einer Wohnung zumindest weißt du was, wenn auch nichts von ihrem Preis, sie ist unweit deiner Wohnung, die sich in einer sehr guten Lage befindet, was bedeutet, dass du selbst dich ebenfalls in einer sehr guten Lage befindest, und wie alle Menschen, die sich in einer sehr guten Lage befinden, auf welchen Wegen, Abwegen und Umwegen auch immer sie da hingekommen sind, bist auch du zumindest ein bisschen überzeugt davon, dass nicht du an dieser Lage liegst, sondern dass diese Lage an dir liegt, weil du sie verdient hast, und du schreibst Karla also, wem sie schreiben muss, um auch in den Genuss einer solch bevorzugten Lage zu kommen, aber dass sie sich keine Illusionen machen soll, denn Lage habe natürlich ihren Preis. Du schreibst das noch halb im Schlaf, aber während du dieses ‚natürlich‘ schreibst, genießt du dieses ‚natürlich‘ ein klein wenig, ich kenne dich, schließlich wohnst du in mir, du kannst mir nichts vormachen, jetzt sei doch nicht gleich beleidigt, he, warte doch mal, ich falle ja gleich von deinem Gepäckträger, sag mal, kann es sein, dass du ohne mich hier wohnen willst, oder wem zeigst du gerade den Stinkefinger?

Berliner Linien, 4

Und du, ja du, wie geht es dir? Heute nachmittag triffst du eine Freundin aus Amerika, die gerade für ein Jahr hier ist, hier, aber das Jahr ist jetzt fast vorbei, ihr werdet euch noch zwei-, vielleicht dreimal treffen, dann nimmt sie einen Flug zurück, und jemand anderes nimmt dafür einen Flug hin. Als sie ankam, war Trump gerade zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden, es wurde spät, und sie sagte wieder und wieder, dass du und überhaupt ihr alle hier gar nicht wüsstet, was ihr an Merkel hättet, und dass ihr dankbar sein solltet, und du hast immer wieder gesagt, dass du nicht glaubst, dass Dankbarkeit eine politische Haltung ist, und sie hat immer wieder gesagt, ihr wisst nicht, was ihr habt, ihr solltet dankbar sein, und du hast immer wieder gesagt, dass du nicht glaubst, dass Dankbarkeit eine politische Haltung ist, und sie hat immer wieder den Kopf geschüttelt und gesagt, ihr wisst nicht, ihr wisst nicht, und irgendwann hast du nichts mehr gesagt. Und jetzt, bei eurem vielleicht vorletzten Treffen, bevor sie abreist, wird sie dir erzählen, wie dankbar sie ist für dieses Jahr, und wieviel sie gelernt hat in diesem Jahr, und wenn du sie fragst, was denn zum Beispiel, wird sie sagen, nun, zum Beispiel, wieviel von dem, was man so sagt von Berlin, gar nicht stimmt, und wenn du fragst, was denn, wird sie sagen, nun, zum Beispiel, dass Neukölln ein früherer Ostbezirk ist, niemand weiß das, alle sprechen davon als diesem coolen früheren Ostbezirk, wo alles noch so einen heruntergekommenen Charme hat, und wenn du sie fragst, wer niemand ist, oder alle, oder man, wird sie dich kurz irritiert anschauen und dann sagen, naja, … Americans, I guess?

Dingfest

Heute morgen stand die Polizei vor meiner Tür und zeigte mir ein paar Dinge, von denen sie behauptete, meine Mutter hätte sie gestohlen, und meine Mutter wohne ja in meiner Wohnung, wie jeder wisse, weshalb sie nun also gekommen sei, um meine Mutter festzunehmen. Ich fragte, wie es denn sein könne, dass meine Mutter diese Dinge gestohlen habe, da sie sich ja offensichtlicherweise in den Händen der Polizei befänden. Die Polizei sagte, ich hätte eine merkwürdige Logik, evidentermaßen hätte sie diese Dinge beschlagnahmt, gerade damit meine Mutter sie in Zukunft nicht mehr stehlen könne, und brächte sie nur für mich zur Ansicht vorbei, weil sie die Hoffnung hätte, dass meine Mutter sich gleich zu erkennen geben würde, wenn sie von diesen Dingen sozusagen auf frischer Tat ertappt würde, denn die Dinge würden ja sicherlich auch diesmal nicht die Finger von ihr lassen können. Interessant, sagte ich, und bat die Polizei herein. Ich bat sie, sich zu setzen und brachte ihr Limonade und Kekse. Sie blieb wohl einige Stunden, war sehr freundlich und stellte alle Fragen, die sie hatte, jedenfalls glaube ich das, wobei es schwer ist für mich, genau genommen unmöglich, zu wissen, was „alle Fragen“ sind, und was es überhaupt bedeutet, Fragen zu „haben“. Ich glaube, in Wahrheit ist es nicht so, dass ein Mensch Fragen hat, sondern so, dass Fragen einen Menschen haben. Das habe ich auch der Polizei so gesagt, und sie hat mir zugestimmt, jedenfalls schließe ich das aus der Tatsache, dass sie gar nicht mehr gehen wollte, sondern sich auf meinem Sofa sehr wohlzufühlen schien, obwohl sie meine Mutter in der Wohnung nirgends finden konnte. Dass sie sich das schon gedacht hätte, sagte sie, denn meine Mutter hätte ja diese Fähigkeit perfektioniert, also die Fähigkeit des Verschwindens: Ja, sagte ich, sie wohnt ja nirgends, entsprechend können Sie sie auch nicht finden. Wo sie denn schon überall gesucht hätte, fragte ich: Überall, sagte sie, absolut überall.