Besinnungstage im Kellerraum (Auszug)

Wir schreiben das Jahr 1989, wir schreiben eine Insel im Golf von Guinea, die eine Schiffstunde von Accra entfernt liegt und Krautinsel heißt. Was so gut wie niemand weiß: Die Inseln Herrenchiemsee, Fraueninsel und Krautinsel strebten im 19. Jahrhundert nach Unabhängigkeit vom Chiemsee, weshalb sie kurzerhand nach Afrika ausgewandert und auf Umwegen in Accra gelandet sind, wo sie jedoch an Schnappatmung litten, weil sie das Leben im Wasser gewohnt waren, weshalb sie vor Accra ein Piratenschiff kaperten und etwa eine Stunde in Richtung Süden segelten. Dann sprangen sie ins Wasser und überließen das Schiff seinem Schicksal, das herrenlos weitersegelte; sein Verbleib ist unbekannt. Die Inseln liegen seither ein paar Meilen vor Ghana. Dass man sie auf Landkarten dort nicht findet, liegt daran, dass der königliche Freistaat Bayern die Existenz dieser Inseln, das heißt genau genommen die Tatsache, dass sie schon seit weit über einem Jahrhundert nicht mehr im Chiemsee liegen, sondern im Golf von Guinea, bis heute offiziell leugnet, und da der königliche Freistaat Bayern sehr mächtig ist und sehr gute Kontakte sowohl zu Kohl hat, der hier regiert, als auch zum Papst, der hier ebenfalls regiert, als auch zum amerikanischen Präsidenten, der hier ebenfalls regiert, da also der königliche Freistaat Bayern alle diese sehr guten Kontakte hat, sind die Inseln an ihrem tatsächlichen Ort im Golf von Guinea auf keiner Karte zu finden, sondern alle Karten tun so, als lägen diese Inseln im Chiemsee. Natürlich tut man auch auf der Krautinsel alles, um uns vorzugaukeln, wir seien im königlichen Freistaat Bayern im Land Deutschland auf dem Kontinent Europa im See namens Chiemsee, aber ich habe haufenweise Belege, die eindeutig belegen, dass wir im Golf von Guinea vor Ghana liegen. Natürlich tut man auch im königlichen Freistaat Bayern alles, um den Leuten vorzugaukeln, die Inseln lägen, wo die Leute glauben, dass sie liegen, also im Chiemsee. Die Leute lügen, das muss man immer im Kopf behalten. Die Krautinsel liegt also im Golf von Guinea, und auf der Krautinsel steht ein Kloster, das aus einem gewissen Missionierungsbestreben der Krautinsel im 19. Jahrhundert hervorgegangen ist. Die Krautinsel hatte damals das Ansinnen, alle Inseln vor den Küsten Afrikas zu Krautinseln zu machen, das heißt Kohl anzubauen, um daraus Sauerkraut herzustellen und dieses auf das gesamte afrikanische Festland zu exportieren. Die Idee war, das Hungerproblem Afrikas durch bayerisches Sauerkraut zu lösen, weshalb man tausende Mädchen vom Festland als Sklavinnen holte, die auf den Krautinseln jeden Vormittag zwischen sieben und zwölf und jeden Nachmittag zwischen eins und sieben in riesigen Fassanlagen mit ihren nackten Füßen Kraut stampfen mussten. Warum sich die Idee nicht durchsetzen konnte und der Export auf das afrikanische Festland bald wieder eingestellt wurde, bleibt rätselhaft, aber zumindest auf unserer Krautinsel, also der echten, der, die wirklich aus dem Chiemsee kommt, baut man bis heute Kohl an, den man teilweise bis heute zu Sauerkraut verarbeitet. Die Mädchen kommen nicht mehr vom afrikanischen Festland, sondern aus Bayern, und gelten entweder als schwer erziehbar, oder als nicht ganz richtig im Kopf, oder aber als vorbildlich katholisch, oder als eine beliebige Kombination dieser drei Dinge, oder als eine beliebige andere Kombination beliebiger anderer drei Dinge, wichtig ist nur, dass es drei Dinge sind, die kombiniert werden, und zwar immer und jederzeit, denn wenn es nicht drei Dinge sind, ist die Welt nicht mehr katholisch, noch nicht einmal mehr protestantisch, und dann ist nichts mehr, wie es ist (das geht nicht). Sauerkrautstampfen ist eine Heilmethode, die sich ein Erziehungswissenschaftler namens Günther Jauch gemeinsam mit einer Heilpraktikerin namens Vera am Mittag ausgedacht hat. Das Mädcheninternat nennen wir intern Anstalt. Wir, das sind in dem Fall Ich. Pluralis Majestatis. Hier bin ich Chef, niemand sonst hat hier was zu melden. Ich kann daher im Pluralis Majestatis sprechen, soviel und solange ich will, und ich kann »Majestatis« auch mit »j« schreiben, wenn ich will.

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Die Mure (Auszug)

alles was fällt und hier fällt Vieles fällt schwer was leicht fällt fällt anderen denen die übern Berg wo die Landschaft sich auffaltet hier wo es schwer fällt faltet die Landschaft sich ein zwischen den Hängen den Neigungen die nirgends so steil so geröllig nirgends fällt soviel sich ein fällt ab vom Berg ab von den Spitzen den Gipfeln den Himmeln wir sind nicht die denen schon immer zugefallen die Sprachen das Sprechen die denen niemals das Sprechen verschüttet gewesen ist unter den Abgängen den Abbrüchen vom Berg von den Gipfeln von den Geschichten die toten Föten die verstümmelten die kullern von oben von da wo man erzählt wo man sich selbst erzählt stets trittfest mit gutem Profil unter den Füßen erklimmen sie den Berg die Touristen die Deutschen die sich benehmen als wären sie daheim die sich belaufen die Gäste wie wir sie nennen auf diesen Berg mit dem im Schritt immer besten Profil und dem im Schnitt immer höchsten Gipfel und trotzdem sterben sie immer am ehesten die Gäste mit den guten Profilen wenn sie trotz ihrer guten Profile ihrer sehr guten ihrer am höchsten bewerteten Profile danebentreten auf dem Weg nach ganz oben auf dem weg bloß weg von den Gründen auf dem Weg des Willens und ins Rutschen kommen oder weil über ihnen etwas ins Rutschen kommt und sie mitreißt sie mitnimmt die Gäste die sich so sicher fühlen wie in ihrem eigenen Haus unser Berg ist kein Haus das gehört der Berg der das Tal türmt der es erstürmt mit seinen ureigenen Waffen ist kein Haus niemals ein Haus das gehört oder gehorcht auf den Berg hören man muss auf ihn hören nicht mit Spitzen die den Himmel bestechen ihn zum Gehorchen bringen wollen sondern mit Ohren mit spitzen Ohren hören wenn es beginnt im Berginnern wenn es rumort wenn es zu fallen beginnt und zu rutschen zu rollen im Berg kann man nicht wohnen außer man ist tot die Toten wohnen im Berg der Berg ist so lang schon bewandert in diesen Profilen er will nichts mehr nichts als die Ausrutscher er langweilt sich zu Tode in all den gezählten Schritten den erzählten Geschichten den immer wieder erzählten Geschichten mit ihren Profilen mit ihren höchsten Spitzen mit ihren Spitzensätzen die halten sollen was nicht zu halten ist die halten sollen was sie versprechen die sich versprechen in einer Tour nicht nur in einer in allen Touren auf höchsten Touren die Spitzensätze laufen auf höchsten Touren sie versprechen sich auf höchsten Touren und ihr Versprechen wenn sie den Mund nicht halten können die Spitzensätze wenn sie sagen was nicht zu sagen ist wenn sie sagen was nicht gesagt werden kann wenn es kullert aus ihren Mäulern wenn sie brechen wenn es aus ihnen bricht sich erbricht aus ihren großen Mäulern aus den großen Mäulern der Spitzensätze oben auf dem Berg wo der Gletscher schmilzt wo der Gletscher sich selbst nicht mehr bei sich behalten kann weil der Atem aus ihren Mäulern der Atem der ihre Spitzensätze hervorstößt wenn sie keuchen mit ihren am besten bewerteten Profilen weil sie so viele sind die Touristen die Gäste am Berg die ganz nach oben wollen weil der Atem den sie hervorstoßen mit seinen Spitzen mit seinen abertausenden Spitzen und seinen Temperaturen weit weit weit über Null mit seinen Treibhausgasen die Treibhausgase die sie hervorstoßen aus ihren offenen Mäulern aus ihren großen offenen Mäulern die sie nie schließen der Gletscher geht ein in ihrem Mundgeruch er verabschiedet sich weil sie ihm den Krieg erklärt haben mit ihren Profilen und ihrem Mundgeruch der Mundgeruch kriegt alles am Ende mit seinen Spitzensätzen wenn der Mundgeruch den Gletscher ganz eingenommen hat für sich wenn er ihn ganz bestiegen hat nachdem er ihn nackig gemacht wenn ihm alles gehört dem Mundgeruch ist der Gletscher längst eingegangen in den Berg und abgerutscht und die Brocken die noch nach ihrem Mundgeruch riechen die ihr flüssiger Ton mit sich reißt im Gridlerbach und das ganze Dorf unter sich begräbt

Meine Schwestern und ich sind Mäuse, die jetzt jeden Tag stehlen gehen, da wir uns sonst zu Tode langweilen, und wenn man sich langweilt, hat man nichts zu essen, essen aber muss man, sonst stirbt man, und wir wollen nicht sterben, sondern träumen. Wir wollen nur essen, was wir träumen, deswegen schleichen wir nachts durch die Straßen der Stadt und durchwühlen den Müll, wir, die Armee der Schwestern, die Armada der Armen, mit unseren zarten dünnen Ärmchen machen wir uns nachts an die Kühlschränke der Leute, an die Schränke, in denen sie haltbar machen, was sie sagen, und wenn wir erwischt werden, schneiden wir Fratzen und sind auf und davon. Uns hat noch nie jemand gefasst!

Haus

Die Sprache ist nicht das Haus des Seins, sondern sein Körper, fluider Körper, der anschwillt, besamen will, sich aber nur selbst besamt, Körper, der sich selbst verschlingt, Körper, der atmet, der röchelt, der schwitzt, der gebiert und zersetzt wird von seinen eigenen Exkrementen: Das Haus klingt ja nicht, sondern das Haus bannt den Klang der Körper in seinem Inneren, das Haus überschreibt sich den Körpern, das Haus baut sich auf über den Körpern und macht sie zu seinen Marionetten. Im Haus des Seins kann man nicht wohnen, sondern nur eingehen, aber das ist sie nicht, SIE, die Schrift: Sie kann nicht eingehen, sie muss wuchern und sich verschwenden.

Scheidung

Das hier also ist meine Schwester. Mutter sagt, das sei Quatsch. Ich bleibe standfest. Das hier ist meine Schwester, daran kann keine Mutter der Welt etwas ändern. Dass das hier meine Schwester ist, bedeutet, dass nicht ich hier bin, denn wenn jetzt meine Schwester hier ist, ist meine Schwester jetzt ich. Mutter sagt, das geht nicht, ich sei immer noch ich, hier sei immer noch ich, und nicht meine Schwester. Ich sage: Ich möchte Ihnen gerne meine Schwester vorstellen. Hier: Sie steht da. Schauen Sie! Sie steht einfach da, mitten im Raum, bewegt sich nicht und sagt nichts. Da ist sie. Schauen Sie! Schauen Sie! Schauen Sie! Sie hat noch nie etwas gesagt. Vater sagt, sie sei taubstumm, das sei sie schon von Geburt an gewesen, das sei man immer von Geburt an, und Mutter sagt, sie sei gar nicht hier, und daran liege es, dass sie sich nicht bewegt und nichts sagt. Wahrscheinlich lassen die beiden sich bald scheiden, damit sie offiziell verschiedener Meinung in dieser Angelegenheit sein können. Das wäre sehr traurig. Denn wenn Vater und Mutter sich scheiden lassen, teilen sie wahrscheinlich nicht nur sich selbst untereinander auf, sondern auch meine Schwester und mich. Meine Schwester wäre dann nur noch meine Schwester, und ich wäre nur noch ich. Ich wäre dann nicht mehr meine Schwester, und meine Schwester wäre nicht mehr ich. Etwas Traurigeres kann ich mir nicht vorstellen. Im Moment bin ich bei der Mutter, nicht hier, und meine Schwester, hier, ist beim Vater. Insofern bin ich doch hier, obwohl auch sie hier ist. Nein: Jetzt ist der Vater weggegangen, nur noch die Mutter ist da, und die Mutter sagt, meine Schwester sei nicht da. Wenn ich die Mutter frage, wo meine Schwester denn sei, sagt die Mutter, die sei jetzt drüben. Ob ich denn auch drüben sein könne, frage ich die Mutter, damit ich bei der Schwester sei. Nein, sagt die Mutter, nein. Nein, Kind: Du bleibst schön hier! Ich glaube also, dass Vater und Mutter sich schon längst haben scheiden lassen und meine Schwester und mich nur noch nicht informiert haben. Wir merken alles. Es gibt nichts, was meine Eltern betrifft, das meine Schwester und ich nicht merken. Meine Schwester ist nicht mehr hier. Sie ist fort. Jetzt hat die Mutter Recht. Jetzt: Die Mutter hat meine Schwester. Sie geht in die Knie, reißt die Arme auf und winkt mit einem Kuscheltier. Du Hutzelputzelschätzelschpätzel, sagt sie, schließt die Arme und erwürgt mich. Das hier also bin ich, denkt meine Schwester. Und wo bist du?

Originalität

Ich muss das noch einmal sagen: Es gibt nichts Originelles! Vielleicht gibt es, im Rückblick auf ca. 2.500 Jahre Schriftgeschichte, genau einen Text, der originell ist, weil er den Ursprung – Ur-Sprung – der Geschichte markiert, die daraufhin mit denselben Bildern, denselben Bewegungen, denselben Ideen immer weiter operiert und dieselbe Geschichte immer weiter ausbaut, immer perfekter erzählt, bis sie (mit Hegel) anscheinend, vermeintlich, keine Löcher mehr hat: Dieser Text wäre der Text Homers. Zu glauben, man könne jemals etwas erzählen, was grundlegend originell ist und nicht eingeschrieben in Text, den es immer schon gibt, ist pure Verblendung, Mythos einer Ursprünglichkeit, die sich, vollkommen unfreulich (nachträglicher Kommentar: interessant – ich wollte eigentlich schreiben “jungfräulich”) an “die Dinge” macht. Genau das ist aber genau diese Geschichte, die man glaubt, ad acta zu legen, indem man sich nicht mehr mit ihr beschäftigt. Der Mythos der Originalität kommt aus genau dieser Geschichte!

Deutschstunde (wahre Geschichte)

(Ausschnitt)

Die Nonnen sind alle mit Jesus verheiratet. Wenn die Nonnen ins Kloster eintreten, also wenn die Zeremonie begangen wird, die ihren Eintritt ins Kloster besiegelt, tragen sie alle ein Brautkleid, das sie sich aus einer Brautkleidsammelstelle auf dem Dachboden des Klosters aussuchen dürfen. Diese Brautkleidsammelstelle besteht in einem großen Eichenschrank, den vermutlich irgendwann mal irgendeine der Nonnen mitgebracht hat, ein Schrank, bis obenhin vollgestopft mit Aussteuer-Zeug muss nämlich als Mitgift mitgebracht werden, und je wertvoller der Schrank und das Aussteuer-Zeug, desto höher die Ehefrauen-Rangfolge, also desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Jesus nachts mal vorbeikommt und die Nonne glücklich macht, wobei man davon ausgehen kann, dass sie währenddessen gar nichts mitbekommt, sondern erst im Nachhinein weiß, dass Jesus da gewesen sein muss, nämlich dann, wenn sie sich mit Glück geschwängert fühlt. Die Brautkleidsammelstelle besteht nur aus zwölf Brautkleidern, was bedeutet, dass jedes einzelne Brautkleid schon sehr oft getragen worden ist, was bedeutet, da Nonnen sich weder unter den Achseln rasieren, noch Deo benutzen, dass jedes einzelne Brautkleid einen betörenden Duft aus mindestens dreißig, eher vierzig oder fünfzig, noch wahrscheinlicher sechzig oder siebzig verschiedenen über die Jahre angemoderten Nonnenschweißversionen verströmt, aber Jesus steht wahrscheinlich auf sowas. Dass die Nonnen alle mit Jesus verheiratet sind, bedeutet im Umkehrschluss, dass Jesus sehr viele Frauen hat, was wiederum bedeutet, dass die katholische Kirche ein unverhohlenes Faible für Polygamie hat, also mit einem Mann an der Spitze, denn der Mann ist ja nicht nur das Eine, sondern auch die Spitze, und mit sehr vielen Frauen, denn die Frau ist ja das Vielfache und das Gegenteil einer Spitze, nämlich das Weiche, in das sich eine Spitze eindrückt. »Poly« ist Griechisch und heißt »viel«, »gamie« hat nichts mit »game« zu tun (Gott bewahre, das ist ja hier kein Spiel!), sondern was mit Heiraten. »Polygamie« heißt nicht nur, dass viel geheiratet wird, vielgeheiratet wird oder Vieles geheiratet wird, sondern vor allem, dass DAS VIELE geheiratet wird, nämlich durch DAS EINE.

Die stockförmige Kurzhaarfrisur der Strupp wackelt die Gänge entlang zum nächsten Unterricht, zur nächsten Unterrichtung und hat die Hausaufgaben, die Hausarbeiten, die Hausarbeit naturgemäß ordentlich unter den Arm geklemmt, naturgemäß zur Gänze erledigt, die Hausarbeit ist nun also Gott sei Dank nicht mehr ledig, sondern unter der Haube, wie es sich gehört für ihre Natur, und damit ihrer Jungfräulichkeit entledigt, hier dürfen nämlich nur ledige Buchstaben ihr Haar offen tragen, die Buchstaben hingegen, die eine Form geheiratet haben (und es ist klar, dass alle Buchstaben früher oder später im Rahmen einer ganz genau festgelegten Zeremonie ganz genau festgelegte Formen heiraten müssen, um einen legalen, also lesbaren Platz im Staat von Pater Ambrosius zu erhalten und legale, also lesbare Kinder zu produzieren), müssen ihr Haar flechten und unter der Haube verstecken, ihr Gesicht unter der Haube verstecken, das kommt aus dem Mittelalter und ist heute noch so, jedenfalls hier, deswegen legt die K. ja auch so enorm viel Wert auf die Verwendung des gängigen Analysemodells in unseren Aufsätzen.

Aufsätze sind so etwas wie Hauben, ich habe das schon erläutert, und richtige Mädchen, gerichtete Mädchen, unterrichtete Mädchen, die nicht lügen, sondern jederzeit die Wahrheit sagen, von Gottes Wahrheit zeugen, Gott seine Wahrheit neu in sich zeugen lassen, kommen aus diesem Gebäude nur dann heraus, wenn der Verkehr zwischen den Buchstaben und dem, was die Buchstaben ordnet, unter einer ordentlichen Haube vonstatten geht, einem ordentlichen Aufsatz. Was hinter diesem Aufsatz, hinter diesen Vorhängen im Allerheiligsten, im Allerprivatesten, im Eingemachten der Schlafzimmer dieser Geschichte wirklich geschieht, darüber schweigt man sich hingegen vornehm aus!

Unterrichtung ist die Richtung, die Buchstaben verhängt wird, wenn sie unter die Haube des gängigen Analysemodells kommen. Die stockförmige Kurzhaarfrisur der Strupp hat naturgemäß mit äußerster Gründlichkeit die Gedankenräume geputzt & aufgeräumt, die ihr aufgegeben waren, und dabei genau die Dinge aus diesen Räumen herausgefunden, die herauszufinden und auf die Tafel zu schreiben ihr aufgetragen waren. Von der Tafel wird abgegessen, das gilt auch für Sie, Müller, es wird gegessen, was auf die Tafel kommt! Vergessen wird nur, was unter die Tafel fällt, also unter den Tisch. Genauer gesagt: Es wird vergessen, dass hier niemand so absolut rein, sauber & moralisch einwandfrei ist und isst, wie er ersiees tut. Es wird vergessen, dass es das gibt, ein Unterdemtisch, überall dort, wo es ein Aufdemtisch gibt.